Initiative

Breites Bündnis gegen Neonazis am 7. November 2009 Halle demonstriert gegen rechtsextremen Geschichtsmissbrauch

Organisiert durch ein breit getragenes Bündnis werden am 7. November 2009 mehrere hundert Menschen bei Demonstrationen, Kundgebungen und kreativen Aktionen gegen einen Aufmarsch der neonazistischen Jungen Nationaldemokraten (JN) erwartet. Über 50 demokratische Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens unterstützen die Proteste. Unter ihnen auch die Oberbürgermeisterin der Stadt Halle, Frau Dagmar Szabados und der Innenminister des Landes Sachsen-Anhalt, Holger Hövelmann, der am Samstag gemeinsam mit den Hallenserinnen und Hallensern gegen rechten Geschichtsmissbrauch auf die Straße gehen wird.

Die neonazistischen JN haben ihren Aufmarsch in Halle-Neustadt unter das Motto "20 Jahre Mauerfall - Wir sind das Volk!" gestellt und wollen sich so als legitime Nachlassverwalter der friedlichen und demokratischen Revolution von 1989 inszenieren.

In ihrem Aufruf widersprechen demokratische Akteure aus Halle und darüber hinaus diesem Ansinnen vehement: "In Wort und Schrift, in ihrem Auftreten und ihren Symbolen lassen die Neonazis keinen Zweifel daran, dass sie die Demokratie ablehnen und abschaffen wollen. Den Versuch, sich als legitime Nachlassverwalter der ostdeutschen Demokratiebewegung darzustellen, weisen wir zurück. Neonazis bleiben – auch wenn sie anderes behaupten – rassistisch, antisemitisch und antidemokratisch!"

Die Organisatoren der Aktivitäten gegen den Naziaufmarsch verweisen in ihrem Aufruf auch auf die Bedeutung des 9. November mit zahlreichen ambivalenten Ereignissen in der deutschen Geschichte.

Das Bündnis unter dem Dach der Initiative Zivilcourage koordiniert zwei Demonstrationszüge. Die Auftaktkundgebungen beginnen am Samstag, 7. November 2009 ab 10.00 Uhr auf dem Salzgrafenplatz im Stadtzentrum und auf dem so genannten "alten Wochenmarkt" in Halle-Neustadt, dem Platz zwischen Albert-Einstein-Straße und Ernst-Haeckel-Weg.

Die Demonstration vom Salzgrafenplatz wird dann über Hallorenring, Klausbrücke, Mansfelder Straße, Rennbahnkreuz, An der Magistrale zum "alten Wochenmarkt" in Halle-Neustadt führen.

Eine zweite Demonstration beginnt am "alten Wochenmarkt" in Halle Neustadt und führt durch das Wohngebiet um den Tulpenbrunnen zurück zum Ausgangspunkt. Dort werden sich beide Demonstrationszüge zu einer Abschlusskundgebung vereinen.

Die Akteure im Bündnis gegen neonazistischen Geschichtsmissbrauch rufen alle Hallenserinnen und Hallenser zum gewaltfreien, kreativen und lautstarken Protest gegen den JN-Aufmarsch auf. Kommen Sie am 7. November 2009 zu den Demonstrationen und Kundgebungen und helfen Sie mit, dem Aufmarsch von Neonazis in Halle zu deutlich widersprechen.

Die Organisatoren weisen darauf hin, dass die anfangs geplante Demonstration ab Lutherplatz sowie die Kundgebungen auf dem Riebeckplatz und im Stadtpark nicht stattfinden. Auch der diese Woche schon öffentlich beworbene Treffpunkt „City Center Halle Neustadt“ ist nicht mehr aktuell. Aus Sicherheitsbedenken wurde dieser Platz als Versammlungsort für den demokratischen Bürgerprotest nicht zugelassen.

Aktuelle Informationen, Wortlaut des Aufrufs und dessen Unterstützer/innenliste finden sie unter: www.izhalle.de

Für die Richtigkeit und weitere Auskünfte:

Christof Starke
2. Sprecher der IZ Halle und Geschäftsführer des Friedenskreis Halle e.V.
0345 - 27980710

Am 7. November 2009 berichtet Radio Corax live auf UKW 95.9 und www.radiocorax.de